Gründüngung – für was sie wichtig ist

Gründüngung gehört zum 1×1 des Gärtnerwissen.

Die zweite große Erntewelle haben wir geschafft. Nun werden immer mehr Beete frei. Neu anpflanzen möchte man zur Zeit auch nicht so wirklich. Durch das sehr heiße und trockene Klima momentan könnte man die zarten kleinen Pflänzchen gar nicht genug gießen. Nackte Erde ist immer blöd. Es ist nicht gut für den Boden, wenn die Sonne ungeschützt draufknallt und es ist nicht gut für die Bodenlebewesen.

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Vorteile der Gründüngung

Gründüngung ist für den Boden eine Wellnesskur.

  • Dein Gartenboden wird mit Nährstoffen angereichert
  • Deine Bodenstruktur im Garten verbessert sich
  • Unkrautwuchs wird verhindert

Warum ist das so?

Manche Gründungspflanzen (wie zum Bsp. die Lupinen oder Wicken) gehören zu den Stickstoffsammlern, d. h. sie holen sich den Stickstoff aus der Luft und lagern diesen in den Wurzeln ein. Dieser Stickstoff steht dann anderen Pflanzen außenrum zur Verfügung. Und das beachtlich! Stickstoff ist ein sehr wichtiger Stoff, denn er sorgt für Blattmasse und guten Wachstum.

Manche Gründünger verbessern dadurch den Boden, dass ihr Wurzelwerk sehr tief ins Erdreich reicht. Dadurch wird der Boden gelockert und gelüftet.

Zudem haben einige Gründüngerpflanzen soviel Blattmasse, dass das Unkraut gar nicht wächst oder kümmert.

Gründüngung – so gehst du vor

Gründünger kann von März bis Oktober ausgesäät werden. Bestenfalls ab jetzt bis in den Herbst hinein, damit der Gründünger über Winter wirken kann.

Einfach auf die nackte Erde einsäen. Durchrechen, Bodenkontakt herstellen, bspw. drüberwalzen und anschließend bis zur Keimung regelmäßig gießen. Über den Winter kannst du die Gründüngung stehen lassen. Im Frühjahr kann sie untergeharkt werden oder abgeschnitten auf den Kompost. Die Wurzeln der Gründüngung verbleiben im Boden!

Diese Pflanzen sind Gründünger für deinen Garten

  • Buchweizen
    Keimt schnell, unterdrückt Unkraut und lockert den Boden tief. Sonst unproblematisch
  • Lupine
    Stickstoffsammler, bildet schnell viel Grünmasse, dadurch Unterdrückung von Unkraut. Die Blattmasse wird dann durch die Bodenlebewesen über den Winter in Humus verwandelt. Problem: Nicht vor oder nach Bohnen oder Erbsen pflanzen
  • Bienenfreund/Phacelia
    Unterdrückt Unkraut, bildet viel Humus. Für alle Gemüsekulturen möglich. Feines Wurzelwerk. Wächst auch im Schatten, wertvolle Bienen- und Insektenweide
  • Rotklee
    lockert den Boden, Stickstoffsammler, ideal als Vorkultur zu Kohlarten. Nektarquelle für Insekten. Nicht vor Bohnen und Erbsen säen
  • Ringelblume
    verdrängt Nematoden, sorgt für die Durchlüftung des Bodens und bildet schnell Humus
  • Winter-Raps
    lockert tief den Boden, nicht vor oder nach den Kohlpflanzen säen, bildet Humus

Weitere: Studentenblume, Sonnenblume, Luzerne

Meine Erfahrung mit dem Gründünger

Als wir unsere Gemüsebeete vor etwa 5 Jahren anlegten, haben wir bunt gemischten Gründdünger ausgesät. Hier war vor allem Buchweizen, Luzerne und Phacelia zu finden. Anders wie angenommen haben diese drei Sachen nicht im Beet Jahre später gewuchert. Ganz im Gegenteil, es fanden sich nur wenige aufkeimende Pflänzchen in unserem Garten, obwohl wir die Gründüngung wachsen ließen.

Phacelia

Es blühte und summte überall. Einfach wunderschön!

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Heute säe ich hauptsächlich Sonnenblumen und Ringelblumen.

Gründüngung
Gründüngung

3 Meinungen zu “Gründüngung – für was sie wichtig ist

  1. Annika sagt:

    Ist es dann also nicht nötig, die Gründüngungspflanzen zu schneiden, bevor die Samen entwickeln? Wir ziehen im Sommer in unser neu gebautes Haus und da haben wir wahrscheinlich keine Zeit, den Garten komplett anzulegen. Aber ich überlege, als Vorbereitung für das Jahr drauf blaue Lupinen und ein paar Sonnenblumen zu sähen – dort, wo wahrscheinlich mal Beete entstehen werden…

  2. Markus Weimar sagt:

    Als guter Gründünger geht auch die Ackererbse (Pisum sativum var. Arvense) in der Aussaat bis Mitte September. Im Winter stirbt sie ab, aber reichert bis dahin den Boden mit Stickstoff an, schützt ihn vor Erosion und unterdrückt andere ungewünschte Pflanzen. Zudem ist sie relativ Preiswert und lässt sich leicht selber vermehren. Als Bonus hilft sie gegen Kohlhernie (Krankheit), da sie ja ein Schmetterlingsblütler ist.
    Eine oft vergessene Zwischenfrucht im Privatgarten.

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