Winterharte Stauden für jeden Garten

Winterharte Stauden sind die Grundvoraussetzung für einen Garten, der sich selbst trägt. Ich zeige dir, welche winterharte Stauden es gibt und wie du die Winterhärte rausfindest.

Warum die fehlende Kenntnis über winterharte Stauden immer wieder Probleme bereitet

Im Winter erreichen mich vermehrt die Fragen, welche Stauden denn eigentlich winterhart sind? Als Garten- und Pflanzplanerin nutze ich grundsätzlich winterharte Stauden, denn diese sind pflegeleicht und können im Winter getrost vernachlässigt werden. Dieser Blogartikel richtet sich an Gartenanfänger und Hobbygärtner, die Stauden im Beet sicher durch den Winter bringen möchten.

Gerade Gartenanfänger kennen ihre Stauden noch nicht so gut und können daher kaum einschätzen, ob sie nun winterhart sind oder nicht. Daher geht es in diesem Artikel grundsätzlich um alles, was mit winterharte Stauden zu tun hat.

Ebenso habe ich Pflanzenlisten erstellt. Die Pflanzen auf den Listen gehören zu den besonders winterharten Stauden. Sie halten auch extrem kalten Temperaturen stand. So bist du auf der sicheren Seite, wenn du deine Winterhärtezone nicht kennst. Weiter unten findest du dazu mehr Informationen.

Was sind winterharte Stauden und warum sind sie wichtig?

Stauden sind mehrjährige, krautige Pflanzen, die nicht verholzen. Jede Stauden hat an sich eine gewisse Lebensdauer. Manche Stauden sind langlebig, manche sind kurzlebig. Je nachdem, wo die Stauden ursprünglich her kommen, ist ihre jeweilige individuelle Winterhärte zu berücksichtigen.

Das bedeutet, dass Stauden unterschiedlich viel aushalten. Es gibt Stauden die trotzen Temperaturen locker bis Minus 20 Grad. Und dann gibt es Stauden, die bei Minus 10 Grad aufgeben. Es kommt also drauf an, was die Staude aus ihrem Naturstandort gewohnt ist und wie sie sich da angepasst hat.

Die Temperaturen im Winter sind also entscheidend.

In deinem Garten solltest du daher zwingend Kenntnis über deinen Standort haben. Du musst nicht nur wissen, welchen Boden oder welche Lichtverhältnisse du hast. Du solltest auch wissen, in welcher Winterhärtezone dein Garten liegt. Denn erst, wenn du deine Winterhärtezone kennst, kannst du einschätzen, ob eine gekaufte Staude den Winter überlebt.

Die Winterhärtezonen in Deutschland

Deutschland ist in Winterhärtezonen eingeteilt. Je nach geografischer Lage variieren die durchschnittlichen Temperaturen im Winter. In Deutschland gibt es 5 verschiedene Winterhärtezonen (WHZ abgekürzt): 6b, 7a, 7b, 8a, 8b und 9a. Wir sprechen hier von Temperaturen zwischen -6,6 bis – 20,5 Grad Celsius (Stand 2020):

6b: Kälteste durchschnittliche Tiefsttemperatur von -20,5 Grad Celsius

7a: Kälteste durchschnittliche Tiefsttemperatur von -17,7 Grad Celsius

7b: Kälteste durchschnittliche Tiefsttemperatur von -15 Grad Celsius

8a: Kälteste durchschnittliche Tiefsttemperatur von -12,2 Grad Celsius

8b: Kälteste durchschnittliche Tiefsttemperatur von -9,5 Grad Celsius

Winterharte Stauden und Winterhärtezonen Deutschland
Winter Hardiness Zone Map Central Europe 2020 © 2024 by Elena Wulff & Jürgen Bouillon is licensed under CC BY-SA 4.0
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Wenn du also eine Staude kaufen möchtest, dann vergleiche den Winterhärtegrad deiner Pflanze mit deinem Standort. Beide Angaben sollten übereinstimmen. Dann ist die Staude sicher winterhart.

Die Winterhärtezonen als Richtwert?

Denn die Winterhärtezonen geben an, dass die Pflanze mit einer 80% Überlebenswahrscheinlichkeit den Winter in der jeweiligen WHZ überstehen würde. Denn zum „normalen“ Klima kommen immer mesoklimatische Effekte dazu. Also bspw. die Geländehöhe, die Küstennähe oder auch eine Hangneigung. Beachte auch „städtischen Wärmeinseln“. In der Stadt ist es grundsätzlich wärmer, wie auf dem Land.

Ebenso ist das Mikroklima in deinem Garten wichtig. Wenn dein Grundstück bspw. mit Mauern oder Hecken umgeben ist, dann wird der Wind im Winter abgehalten. Gerade starke Winde können für einen erheblichen „Temperaturabfall“ im Garten sorgen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die WHZ ursprünglich für Gehölze „entwickelt“ wurden. Mit der Erfahrung hat sich auch gezeigt, dass Gehölze in Winterhärtezonen gedeihen, die gar nicht ihrem Naturstandort entsprechen. Sie zeigen sich robuster wie angenommen. Auch, wenn die WHZ für Gehölze entwickelt wurden, hat sich ihre Übertragung auf Stauden eingebürgert. Die Winterhärtezonen gelten daher entsprechend auch für Stauden.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen

Die Winterhärtezonen wurden ganz aktuell (2020) überarbeitet. Der Klimawandel zeigt sich hier in der Veränderung der Winterhärtezonen im Vergleich der Winterhärtezonen auf Datengrundlage vor den 1980er Jahren. In der aktuellen Auswertung flossen Daten nach den 90er Jahren mit ein. Es zeigt sich deutlich, dass unsere Winter wärmer bzw. milder werden.

Warum Stauden häufig im Winter sterben

Wie ich oben erwähnt habe, ist der richtige Standort entscheidend für das Überleben deiner Stauden. Oftmals wird der Frost oder die kalten Temperaturen als Hauptursache für das Absterben von Pflanzen genannt. Doch die Einflüsse des Winters auf den Garten und die Pflanzen sind komplex.

Viele Stauden kennen eine Art „Winter“ aus ihrem Naturstandort. Problematischer als die winterlichen Temperaturen sind dann meist eher Spätfröste und Winternässe. Gerade bei einem lehmigen Gartenboden ist die Winternässe die Hauptursache für das Absterben von Pflanzen. Viele Wurzeln der Pflanzen vertragen das nicht.

Daher ist es wichtig die Standortbedürfnisse einer Staude ganz genau zu kennen. Denn es gibt Pflanzen, die Lehmboden lieben und denen Winternässe nichts ausmacht!

Winterharte Stauden: Schlüsselblume im Schnee
Schlüsselblume im Schnee. Schnee ist kein Problem, da eine Schneedecke die Wärme isoliert und den Stauden eher hilft als schadet. In meinem Garten. Fotografin: Natalie Bauer

Auch auf Spätfröste reagieren manche Pflanzen ganz empfindlich. Sie überstehen den Winter problemlos sind aber sehr mimosig, wenn Anfang Mai der Spätfrost vor der Tür steht. Wenn du in einer Region lebst, wo Spätfröste auftauchen, dann kaufe keine spätfrostempfindlichen Pflanzen.

Welche Pflanzen sind winterhart?

Viele Gartenpflanzen sind winterhart. Einige von ihnen haben erstaunliche Strategien entwickelt, um den Winter zu trotzen. Bäume bspw. lassen Ihre Blätter fallen. Dadurch benötigen sie deutlich weniger Wasser. Und mit weniger Wasser kann der Frost ihnen nichts anhaben. Genauso ist es auch bei Stauden.

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Gebietseigene Pflanzen kennen den Winter. Sie wissen was zu tun ist, um zu überleben. Entscheidend ist auch hier der Naturstandort und der Standort deines Gartens.

Und dann gibt es Pflanzen, die den Winter nicht mögen, wie bspw. die Einjährigen. Sie sterben im Winter komplett ab. Davor verstreuen sie ihre Samen, die es den Winter über aushalten. Im Frühjahr keimen sie zügig und innerhalb eines Gartenjahres durchleben sie ihre ganze Lebensspanne.

Sie brauchen über eine gewisse Zeit einen Kältereiz, um überhaupt im neuen Jahr keimen zu können.

Und dann gibt es noch Kübelpflanzen. Wichtig ist zu wissen, dass viele winterharte Stauden im Kübel den kalten Temperaturen im Winter nicht immer standhalten können. Obwohl sie es in freier Wildbahn eigentlich könnten. Denn der Frost kann sich in einem kleinen Kübel relativ schnell an die Wurzeln schleichen und die Pflanze damit zum Absterben bringen. Daher sollten Kübel, die winterharte Stauden beherbergen immer geschützt aufgestellt werden. Dazu später mehr.

Beliebte winterharte Stauden für verschiedene Standorte

Anzeige / Kommen wir jetzt zu meinen Pflanzlisten mit Stauden, die so winterhart sind, dass sie so gut wie in jeden Garten in Deutschland gepflanzt werden können (grenzwertig im Alpenraum).

Winterharte, robuste, pflegeleichte Stauden für den sonnigen Bereich

Hier ist eine Liste für winterharte Stauden für den sonnigen Bereich:

Winterharte, robuste, pflegeleichte Stauden für den eher schattigen Bereich

Winterharte, robuste, pflegeleichte Gräser

Schutzmaßnahmen für extreme Winter und Kälte

Solltest du im Garten evtl. Pflanzen haben, die nicht ganz deiner Winterhärtezone entsprechen, dann ist das erstmal kein Beinbruch. Mit etwas Unterstützung bekommst du sie auch durch den Winter.

Ein Tipp vorweg: es macht nicht immer Sinn Stauden einzupacken. Warte ab, ob sich überhaupt die für deinen Standort kälteste Temperatur, die die Pflanze aushält, einstellt. Belasse Stauden so lange wie möglich in ihrem natürlichen Umfeld. Sollten die Temperaturen doch mal extrem sinken, dann kannst du die Stauden spontan schützen. Wenn die Temperaturen wieder steigen kannst du ggf. den Winterschutz auch wieder entfernen.

Mulchen hilft bei Kälte

Sollten Pflanzen oberirdisch im Winter absterben, dann ist das erstmal kein Problem. Stauden, die nicht immer- oder wintergrün sind sterben immer oberirdisch ab. Manche Pflanzen frieren zurück, wie Fuchsien und Hortensien. Das Wichtigste ist, dass die Wurzeln der Pflanze vor Frost und starken Temperaturschwankungen geschützt ist. Dafür kannst du mulchen.

Ich nutze sehr gerne Miscanthus-Mulch in meinen Staudenbeeten. Du kannst aber auch Stroh, Laub oder Rindenfaser nutzen.

Wichtiger ist, dass der Boden im Winter durchlässig ist. Eine gute Drainage ist wichtig, um Staunässe und Frostschäden an den Wurzeln zu vermeiden. Lockere den Boden regelmäßig und arbeite Humus ein.

Das Abdecken der Pflanzen

Du kannst bedingt winterharte Stauden auch mit Vlies oder Frostschutzmatten abdecken. Das schützt die Stauden vor eisigen Winden und größeren Temperaturschwankungen. Wenn du es ganz nachhaltig handhaben möchtest, dann kannst du auch Tannenzweige zum Abdecken benutzen.

Der richtige Standort als Schutz

Falls du Kübelpflanzen schützen möchtest, dann kannst du diese an einen windgeschützten Platz stellen. Starke, kalte Winde können deinen Pflanzen im Winter zusetzen. An einer Mauer oder Hecke gelehnt stehen deine Pflanzen etwas geschützter. Dafür kannst du auch die Südseite einer Mauer oder Hecke nutzen, denn dort wird sich die Wärme schneller aufbauen und sich auch länger speichern.

Die richtige Pflege, um den Schutz vor Frost zu erhöhen

Die Pflege spielt für die Frostbeständigkeit deiner Pflanzen eine große Rolle. Und dazu gehört der richtige Zeitpunkt der Düngung.

Wenn du später noch im Garten düngst, dann besteht die Gefahr, dass die Pflanze weiter austreibt und diese neuen Triebe sowieso zurück frieren. Das ist bei Gehölzen wichtig. Bei den Stauden ist es so, dass diese auch wissen dürfen, dass sie in die Winterpause gehen dürfen. Belasse das Düngen lieber und nutze die Zeit und das Geld eher für eine Bodenprobe.

Fazit: Winterharte Stauden geben Sicherheit

Ein Garten lebt von winterharten Stauden, sie sind eine absolute Bereicherung und auch Grundvoraussetzung für einen pflegeleichten Garten. Stauden sind sowieso sehr dankbare Pflanzen, sie brauchen wenig Pflege, wenn der Standort passend ist.

Wichtig ist, dass „winterhart“ kein starrer Fakt ist, sondern abhängig ist vom Zusammenspiel aus Pflanze, Standort, Boden und auch Witterung. Kenne deine Winterhärtezone, kenne die Standortansprüche deiner Stauden und du musst dir keine Sorgen mehr machen.

Nur auf Winternässe im Boden musst zu zwingend achten. Häufig sind Lehmböden davon betroffen. Wenn die Wurzeln im Winter im Wasser stehen, dann ist Fäulnis vorprogrammiert und der Ausfall kann sehr hoch sein.

Ich hoffe der Blogbeitrag hat dir dabei geholfen etwas sicherer im Umgang mit winterharten Stauden zu werden. Vielleicht konntest du schon erste Erfahrungen diesbezüglich sammeln. Lass mich und andere an deiner Erfahrung teilhaben. Du darfst gerne kommentieren.

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