Bodenprobe im Garten: Anleitung, Kosten & warum sie so wichtig ist

Als Gartenplanerin empfehle ich meinen Kunden eine Bodenprobe im Garten. Aber warum eigentlich? Und wie geht das? Mehr in meinem Blogbeitrag.

Die wenigsten Gartenbesitzer haben sich Bodenprobe aus dem eigenen Garten gezogen. Zu groß sind die Berührungsängste etwas falsch zu machen oder seinen Boden einfach so in ein Labor zur Auswertung zu schicken. Doch nur eine Bodenprobe garantiert ein gutes Pflanzenwachstum und eine richtige Pflanzenauswahl.

Meine Erfahrung als Gartenplanerin: unseren Gartenböden geht es nicht gut. Sie kränkeln und leiden wortwörtlich leise vor sich hin. Mich erschrecken die Laborauswertungen der Böden meiner Kunden immer wieder. Gut, dass die Bodenproben gemacht wurden.

Doch immer noch verzichten viele Gartenbesitzer auf eine Bodenprobe. Dabei ist es nicht kompliziert. In meinem Blogbeitrag erkläre ich dir alles, was du wissen solltest, wenn du deinen Boden im Garten mal untersuchen lassen möchtest.

Eine wichtige Info vorab: Solltest du dich nach einem Garten von Herzen mit einer Prise Wildheit sehnen, wo du ankommen und abschalten kannst, dann informiere dich jetzt über mein Angebot der Gartenplanung online.

Warum eine Bodenprobe im Garten sinnvoll ist

Eine Bodenprobe wird etwa alle 5-6 Jahre empfohlen. Sie gibt dir Hinweise darauf, wie es um deinen Boden im Garten steht. Die Analyse zeigt dir dann genau, ob du bspw. zu viele oder zu wenige Nährstoffe in deinem Gartenboden hast. Ebenso kannst du deinen Humusgehalt ablesen, deine Bodenart und je nach Auftrag auch noch vieles mehr. Das heißt, dass du nach einer Bodenprobe deinen Boden genau kennst und entsprechend agieren kannst.

Als Gartenplanerin bin ich ein Fan von: Kenne deinen Standort.

Ohne die Kenntnis deines Bodens, deiner Lichtverhältnisse und der Speicherfähigkeit deines Bodens von Wasser ist es nicht möglich eine passgenaue Pflanzung vorzunehmen.

Aus meiner Erfahrung kann ich dir schon fast versprechen, dass dein Garten überdüngt ist. Ich hatte letztes Jahr um die 20 Bodenproben meiner Kunden gesehen, unter anderem auch eine eigene Analyse von meinem Pachtgrundstück. Von den 20 Bodenproben waren 15 überdüngt, 4 im idealen Bereich und einer hatte zu wenige Nährstoffe. Absoluter Rekordhalter war ein Garten einer Kundin, die sich wunderte, warum bei ihr die Pflanzen nicht gut wuchsen. Ich konnte es auch den Pflanzen ansehen. Ich riet zu einer umfangreichen Bodenprobe. Der Garten war so überdüngt, dass die Kundin für mind. 99 Jahre (! Das war Rekord) nicht mehr düngen muss. Noch dazu war der Boden extremst von Natrium regelrecht verseucht. Ich riet der Kundin daher zu einem oberflächlichen Bodenaustausch. Ohne Bodenprobe hätten wir über die Ursache nur Mutmaßungen angestellt.

Ein gesunder Boden ist das A und O für einen starken Garten.

Warum ist ein überdüngter Boden ein Problem?

Auch ein ungedüngter Boden ist nicht optimal. Bei Nährstoffmangel bekommen unsere Gartenpflanzen nicht das was sie brauchen. Die Folge ist Kümmerwuchs und Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. Umgekehrt hilft auch eine Überdüngung dem Boden nicht. Denn auch das kann Pflanzen schwächen und sie anfällig für Schädlinge und Krankheiten machen. Und nicht nur das. Stickstoff, der im Boden ausgewaschen wird ist ein Umweltproblem. Es belastet unser Grundwasser. Noch dazu ist Dünger richtig teuer. Daher ist die kleine Investition für ein Appel und ein Ei für eine Bodenprobe auch aktiver Umwelt- und Klimaschutz.

Unsere Böden brauchen uns, denn sie sind in Gefahr. Jährlich verlieren wir Tonnen von fruchtbarer Erde, der Humusschwund ist in den letzten Jahrzehnten ein sehr großes Problem geworden. Wir brauchen für den Klimawandel einen guten und gesundes Boden, denn dieser speichert CO2. Mehr zum Thema Klimawandel und die richtige Pflege für deinen Boden findest du hier. Auch mit Gründüngung hilfst du deinem Boden. Auch den Boden zu mulchen kann helfen, da er vor Bodenerosion schützt.

Bodenanalyse im Garten: welche Kosten entstehen?

Die Grundlagenanalyse kostet so um die 20 Euro. Ich rate zu dieser Art der Bodenprobe aber nur, wenn du regelmäßig alle 5-6 Jahre deinen Boden untersuchst.

Das umfassende Paket für deine Bodenuntersuchung sollte folgende Analysen beinhalten:

  • Bodenart
  • Alle Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium
  • PH-Wert
  • Spurenelemente wie Bor, Kupfer, Zink, Mangan und Eisen
  • Humus, auch C/N-Verhältnis (zwingend bei Gemüsegärten, aber auch nützlich bei Stauden)
  • Natrium
  • Untersuchung auf Schwermetalle halte ich im Gemüsegarten für absolut zwingend
  • Düngeempfehlung

Die Düngeempfehlung sollte immer dabei sein, denn was bringt dir das Ergebnis deiner Bodenanalyse zu wissen, aber nicht, wie du danach den Boden pflegen sollst. So ein umfangreiches Paket kostet um die 50,00 bis maximal 100,00 Euro. Das ist aber gut investiertes Geld. Nach so einer umfangreichen Analyse reicht dann nach 5 Jahren das kleinste Standardpaket für etwa 20 Euro.

Wenn du bedenkst wieviel Dünger kostet, dann hast du innerhalb zwei Jahre das Geld für die Bodenprobe reingewirtschaftet. Du kannst also damit nur bares Geld sparen.

Wie oft sollte man eine Bodenprobe im Garten machen?

Eine Bodenprobe im Garten solltest du in der Regel alle 5 bis 6 Jahre durchführen. Das betrifft vor allem Rasenflächen, aber auch die Staudenbeete. Bei einem Gemüsegarten ist eine Bodenprobe alle 3 Jahre notwendig, vor allem, wenn er intensiv genutzt wird. Denn gerade im Gemüseanbau gibt es Starkzehrer, die dem Boden regelmäßig und stark die Nährstoffe entziehen. Hier ist eine sinnvolle Düngung daher immer schwierig.

Wichtig ist immer: Bodenprobe immer vor einer Düngung zu nehmen, damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden.

Bodenprobe im Garten richtig entnehmen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Nun gehen wir Schritt für Schritt durch, wie du eine Bodenprobe in deinem Garten ziehen kannst.

Der idealen Zeitpunkt, um Boden zu entnehmen

Der Frühling ist jetzt ein idealer Zeitpunkt, um eine Bodenprobe zu entnehmen. Ein weiterer idealer Zeitpunkt ist auch der Herbst. Voraussetzung ist aber, dass du die Bodenprobe logischerweise vor deinen Düngegaben ziehen solltest. Im Grunde kannst du aber ganzjährig eine Bodenprobe entnehmen und zur Analyse einschicken.

Was du für eine Bodenprobe brauchst

Alles was du für eine Bodenprobe brauchst, hast du sicherlich zu Hause. Du brauchst:

  • Spaten
  • Eimer
  • Gefrierbeutel
  • Edingstift (bzw. wasserfesten Stift)

Wo du die Bodenprobe im Garten genau ziehst

Eine Bodenprobe wird nicht nur an einer einzigen Stelle im Garten gezogen, sondern an mehreren Stellen (10 bis 15 Stellen). Bleibe dabei bei einer bestimmten Nutzfläche. Das bedeutet: vermische keine Bodenproben vom Gemüsegarten mit dem Staudengarten. Sondern ziehe mehrere Bodenproben nur aus dem Gemüsegarten und / oder nur aus dem Staudengarten. Oder aus einer Rasenfläche.

Wenn du die Bodenprobe ziehst musst du auf die Tiefe des entnommenen Bodens achten. Die Tiefe des Bodens sollten zwischen 0 und 30cm liegen.

Die Bodenprobe ziehst du dann mit dem Spaten. Dafür gräbst du mit dem Spaten ein kleines Loch von maximal 30cm Tiefe. Seitlich des Randes vom Lochs (etwa 2-3cm entfernt) stichst du erneut in die Erde, wie bei einem geraden Tortenstück. Hol dir Erde raus, lasse sie aber auf dem Spaten! Du hast dann auf dem Spaten eine dicke Erdscheibe liegen. Diesen verkleinerst du seitlich nochmal auf 3-4 cm. Diesen kleine Erdscheibe kannst du dann in den Eimer geben. Wiederhole das 10 bis 15 Mal an anderer Stelle. Am Schluss rührst du die Erde dann im Eimer um. Letztlich solltest du mindestens um die 250 bis 500 g Erde im Eimer haben.

Was du mit deinem Eimer voller Erde dann machst

Packe deine Bodenprobe in einen Gefrierbeutel. Danach muss die Bodenprobe direkt zur Post und zu einem Labor. Keinesfalls eine Bodenprobe ziehen und dann mit dem Versand ans Labor zwei Wochen warten. Bis zum Versand sollte die Bodenprobe eher kühl stehen.

Ich empfehle aus vollem Herzen die Analyse entweder zur LUFA zu schicken oder zum Raiffeisen-Laborservice. Dein Wohnort ist dabei unerheblich. Informiere dich aber vorab, was die einzelnen Labore genau benötigen. Denn in der Regel muss von dir noch ein Auftrag ausgefüllt werden, damit das Labor weiß, was es genau untersuchen soll. Oben habe ich erwähnt, welche Untersuchungen sinnvoll sind. Die Aufträge sind in der Regel als Download auf den entsprechenden Seiten verfügbar. Diesen kannst du dann in Ruhe ausfüllen und entsprechende Wünsche ankreuzen.

Wichtig ist: beschrifte deine Bodenprobe mit einem wasserfesten Stift. Wenn du bspw. die Bodenprobe für den Gemüse- und Staudengarten gezogen hast, dann markiere auf dem Beutel, welche Erde wohin gehört, also „Gemüsegarten“ oder „Staudengarten“. Schreibe auch deinen Namen und deine Adresse drauf.

Danach heißt es: Geduld haben. Die Dauer der Bodenanalyse variiert sehr stark. Es gibt Labore, die in zwei Wochen ein Ergebnis haben, manchmal kann es auch 4-6 Wochen dauern.

Typische Fehler bei der Bodenprobe im Garten

Es gibt paar wenige Punkte, die du bei der Bodenprobe beachten solltest. Es ist wichtig, dass du die Bodenprobe nicht an einer Stelle im Garten entnimmst. 10 bis 15 Teilproben sind ideal. Bleibe aber immer jeweils in den entsprechenden Bereichen. Gemüsegarten, Rasen und Staudenbeet sollten getrennt untersucht werden. Achte auf die Tiefe der Bodenentnahme. Für Stauden- und Gemüseflächen ist eine Entnahme aus der Bodentiefe von 0-30 cm ideal. Bei Rasen reicht 10 cm, da sich der Hauptteil der Wurzeln hier aufhalten.

Ebenso sollte eine Bodenprobe immer für einer Düngung erfolgen. Wenn du zuerst düngst und dann die Probe ziehst, dann verfälscht du damit deine realen Werte.

Nach der Entnahme der Bodenprobe solltest du direkt das Paket fertig machen und zur Post bringen. Bis dahin kühl lagern, also nicht in der prallen Sonne stehen lassen.

Bodenanalyse verstehen: so liest du deine Bodenprobe richtig

Nach einiger Zeit liegt dir also dann das Ergebnis der Bodenprobe vor. Das sieht in etwa so aus:

Das sieht jetzt mit den ganzen Zahlen und Buchstaben kompliziert aus. Hilfreich ist auch hier sich einfach von links nach Rechts durchzulesen.

Die Bodenart

Der erste entscheidende Punkt ist die Bodenart. Da steht in meiner Probe: hlS. Die Erklärung dazu findet sich unten in der Fußnote. Bei den Bodenarten heißt hlS, dass mein Boden ein humoser, lehmiger Sand ist. Die genauen Arten des Bodens mit ihren Vor- und Nachteilen erkläre ich in meinem Blogbeitrag rund um den Boden genauer. Genau rechts davon steht mein Kalkbedarf.

Der PH-Wert und der Kalkbedarf

Wichtig: je nach Bodenart und je nach Funktion des Boden (zum Beispiel Rasen, Gemüse- oder Staudengarten) benötigt der Boden einen entsprechenden PH-Wert. Der PH-Wert ist für meinen Boden deutlich zu hoch, daher habe ich keinen Kalkbedarf. Denn eine Kalkung würde den PH-Wert noch weiter anheben. Mein PH-Wert ist für einen Sandboden, dessen Ziel der Obstanbau ist zu hoch. Der ideale PH-Wert liegt hier zwischen 5,8 – 6,2. Ich sollte also keinen kalkhaltigen Dünger verwenden.

Die Nährstoffe in der Analyse

Danach kommt die Analyse der Nährstoffe, hier Phosphat, Kalium und Magnesium. Die Buchstaben zeigen die Gehaltsklassen an. Die Erklärung hierzu ist auch in der Fußnote zu sehen. Hier siehst du, dass die Nährstoffe Phosphat und Kalium im Boden meines Pachtgrundstücks sehr hoch (E) sind. Magnesium hingehen ist in optimaler Menge (C) vorhanden. Nach dem Ergebnis werde ich den Boden für mindestens 5 bis 7 Jahre nicht düngen.

Humus und das C/N-Verhältnis

Nach der Tabelle besitzt mein Boden einen Humusanteil von 4,6%. Das ist ein gutes Ergebnis. Mein Boden gilt als Humos. Leichte bis mittlere Böden, also bspw. Sand- oder Schluffböden benötigen mindestens einen Humusanteil von 3-4%. Schwere Böden, wie Lehm- und Tonböden sollten einen Humusanteil von ca. 6% haben. Die meisten Bodenproben meiner Kunden zeigen zu wenig Humus im Boden an. Ich empfehle meinen Kunden daher immer vor einer Pflanzung noch Humus in den Boden oberflächlich einzuarbeiten. Zum Erhalt dünge ich bspw. meinen Gemüsegarten jährlich mit 6-7 Liter pro QM.

Das C/N-Verhältnis liegt bei meinem Boden bei 9,2. Das C/N-Verhältnis steht abkürzend für das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis im Boden. Es zeigt also die Zusammensetzung des organischen Materials im Boden, schlicht die Fruchtbarkeit, an. Fruchtbar ist ein Boden, wenn die Nährstoffe den Pflanzen auch zur Verfügung stehen. Und verfügbar können Nährstoffe nur sein, wenn die Bodenlebewesen aktiv sind und alle Pflanzenreste, Blätter und sonstiges organisches Material erstmal zerkauen und verarbeiten.

Ein Wert unter 25 ist gut. Ein Wert bis 25 wird auch als enges C/N-Verhältnis bezeichnet. Alles was drüber ist, also ab 25, ist ein weites Verhältnis und zeigt eine geringe biologische Aktivität von Bodenorganismen im Boden.

Fazit – Bodenproben sind wichtig

Eine Bodenprobe im Garten ist keine komplizierte Wissenschaft. Ich gebe es zu, dass ich beim ersten Mal auch voller Zweifel war und gefühlt habe ich einen halben Tag für meine erste Probe gebraucht. Heute dauert das bei mir eine halbe Stunde, mit allem Drum und Dran. Also alles vorbereiten, ausfüllen, Bodenprobe entnahmen und einpacken.

Eine Bodenprobe ist Pflicht, wenn du nachhaltig gärtnern möchtest. Sie schützt dich vor Überdüngung, spart Geld und schont gleichzeitig Umwelt und Grundwasser. Ohne Bodenprobe ist das ganze Gärtnern nur ein Ratespiel und falsche Besserwisserei.

Zieh dir also dieses Jahr im Frühling deine erste Bodenprobe. Es kostet dich vielleicht 30 Minuten Zeit – erspart dir aber Geld und Nerven.

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